Es war nicht die erste Hochzeit in freier Natur, die ich als Hochzeitsfotograf begleiten durfte. Aber es war die erste Hochzeit, an der die Braut hoch zu Pferd geritten kam, ein Hund die Trauringe brachte, oder auch nicht und die Stretchlimousine definitiv nicht kam. Aber alles schön der Reihe nach. Denn, angefangen hat die fotografische Begleitung schon am Morgen beim Coiffeur in Steinmaur...
Nein, halt, das stimmt ja auch nicht. Denn angefangen hat es für den Hochzeitsfotografen schon vor einem Jahr. Damals waren die beiden für ein Engagement-Shooting vor meiner Kamera. Die Paarfotos dieser Verlobungs-Fotosession habe ich hier in diesem Blogeintrag veröffentlicht: Engagement-Shooting in Bachs
Also jetzt zurück zum eigentlichen Hochzeitstag: Die Sonne lachte noch nicht lange am Himmel als ich wie verabredet in Steinmaur den Salon Coiffure Eliane betrat. "Meine" Braut sass bereits ganz entspannt auf dem Sessel und Brigittas kundigen Hände zauberten ein wahres Kunstwerk einer Frisur. Danach fuhr die Brautführerin und die Braut mit dem Hochzeitsfotografen nach Dielsdorf zur Kosmetikerin.

In weiser Voraussicht hatte Regula genügend Zeit eingeplant, so, dass wir rechtzeitig ihr Elternhaus in Bachs erreichten, wo sich Braut und Brautführerin gegenseitig in ihre Kleider halfen. Gerade rechtzeitig! Denn schon wurde unten Bräutigam Thomas im Cadillac vorgefahren. Als Hochzeitsfotograf habe ich diesen Moment schon oft erlebt, wenn der angehende Ehemann seine Liebste zum ersten Mal im Hochzeitskleid gegenüber sieht. Doch jedesmal bin ich aufs Neue berührt und überrascht von den hochgehenden Emotionswogen. Das sind die schönsten Momente für mich, wenn die Liebe greifbar in der Luft liegt.
Bevor die Trauungszeremonie begann, blieb uns ein wenig Zeit um Hochzeitsportraits zu machen. Erst in Bachs selbst und als dann nach und nach die Gäste eintrudelten, verlagerten wir unsere Fotosession in den Wald. Dort wartete auch schon Regulas Pferd und ihr Hund auf uns. Nicht nur der Hochzeitsfotograf, auch die Braut und vor allem der Bräutigam, der erst mit seiner grossen Liebe näher in Kontakt mit Pferden kam, waren gespannt, was Regulas Pferd wohl zu dem wundervollen Hochzeitskleid sagen würde. Nun ja, es sagte nichts. Es testete sogleich mal die Kaubarkeit des edlen Stoffes.

Als sich alle Gäste zwischen den Kirschbäumen am Waldrand oberhalb Bachs auf die Strohballen gesetzt hatten, schritt Thomas mit seiner Mutter zu den Klängen von "The power of Love" los. Kurz darauf folgte die Braut hoch zu Pferd an der Seite ihres Vater. Es war ein wundervoller Moment. Die Maisonne strahlte warm vom blauen Himmel. Unter uns in mitten von wogenden Getreidefeldern gebettet Bachs, das malerische Heimatdorf der Braut und hinter uns die Kühe von Ruders friedlich weidend auf der Wiese. Die Trauung war wunderschön und emotional.
An den meisten Hochzeiten, die ich als Hochzeitsfotograf bildlich dokumentieren durfte, brachten schön gekleidete Kinder das Ringkissen zum Brautpaar nach vorne; nicht so an dieser Trauung. Hier sollte Regulas Hund diese Aufgabe übernehmen. Das Ringkörbchen in der Schnauze lief er freudig los. Doch waren da unterwegs so viele bekannte Gesichter, die er begrüssen musste, dass er das eine oder andere mal das Körbchen fallen liess. Schlussendlich kam er doch samt den Ringen und dem Körbchen vorne an und die Ringübergabe konnte stattfinden.
Nach der feierlichen Zeremonie wurde das frisch vermählte Ehepaar von der Ustermer Feuerwehr mit einem Feuerwehr-Oldtimer zu einer Spritztour abgeholt, wobei man "Spritztour" durchaus wörtlich nahm. Alle Zaungäste wurden aus der Kesselpumpe mit kühlem Nass überrascht.
Der Apero verging wie im Fluge. Als die Ballone des Wettbewerbs bereits im blauen Himmel verschwunden waren, hätte eigentlich die Stretchlimousine vorfahren sollen, die das Brautpaar ins Zürcher Oberland hätte bringen sollen. Doch diese erschien nicht! Wohl oder übel musste das Brautpaar in Privatautos nach Schmidrüti gebracht werden.

Unterwegs wurde der ganze Tross allerdings noch mal gestoppt. Kurz nach Turbenthal stand eine Kuh mit prallvollem Euter auf der Weide. Nun sollte der Bräutigam zeigen, dass er melken kann. Und er konnte es ...zu seinem eigenen Erstaunen. Damit das Ganze etwas flotter von statten ging und man schliesslich in der Ehe am selben Strick zieht, hockte sich die Braut kurzerhand auch unter die Kuh und half mit den Eimer zu füllen.
Im Freihof in der Schmidrüti angekommen, gönnte sich die Hochzeitsgesellschaft einen kurzen Umtrunk, bevor dann zu Tische geladen wurde. Der Abend bot noch einiges an Überraschungen. So zum Beispiel der Auftritt eines Feuerspuckers.
Die ganze Hochzeitsfotoreportage mit allen Highlights kann man hier als Flash-Slideshow geniessen: ...zur Hochzeitsreportage von Regula & Thomas
(...auf das "full screen"-Icon unten rechts klicken um die Bilder in voller Bildschirmgrösse betrachten zu können)
Liebe Regula, lieber Thomas,
Trotz der kleinen Pannen war euer Fest ganz wunderbar. Ich habe rundherum nur glückliche Gesichter gesehen. Vorallem habt ihr es geschafft alle mit euren einmaligen Einfällen zu überraschen.
Ich wünsche euch, dass eure Ehe auch so frisch und abwechslungsreich bleibt, wie euer Hochzeitsfest.
Euer Hochzeitsfotograf Christian
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