Die Hochzeitstorte ist weggeputzt, der Hochzeits-DJ hat seine Anlage verräumt, die Rosenblütenblätter auf der Kirchentreppe welken... Was bleibt sind die Erinnerungen an das rauschende Hochzeitsfest, zwei Ringe an den Fingern des glücklichen Brautpaares und ....ganz viele Hochzeitsfotos. Der Hochzeitsfotograf hat sich schwer ins Zeug gelegt und eine edel verpackte und bedruckte DVD gebrannt mit seinen professionell bearbeiteten Hochzeitsaufnahmen.
Doch was sollen diese einmaligen Hochzeitserinnerungen auf dem Silberling? Will man sie Tante Anna zeigen, muss man erst den PC aufstarten. Oder dann, am 1. Hochzeitstag, bei Kerzenlicht und einem feinen Glas Rotwein ...vor der Flimmerkiste durch die Hochzeitsfotos zappen. Puh, soviel zum Thema Romantik und Stimmungstöter.
Ja wie war denn das früher? Ja, endlich sind die Abzüge der Hochzeitsfotos da! Schön! Alle durchblättern - ah, was für Erinnerungen. Und dann wohin? Erst mal in eine Schuhschachtel. Das Hochzeitsalbum machen wir dann, wenn wir aus den Flitterwochen zurück sind. Ja, Mama und Papa wollen ja auch eins. Und Grossmutti würde sich bestimmt auch freuen. Hat nicht Gotte Ursula gesagt, sie wolle auch eins. Also Abzüge bestellen beim Fotografen, Album kaufen und Hochzeitsfotos einkleben und Hochzeitsfotos einkleben und Hochzeitsfotos einkleben und... bis man das ganze ver**** nicht mehr anschauen kann.
Mit digitalen Hochzeitsfotos ist das ja viel einfacher. Man kann sich ja eine Software bei den diversen Fotobuchherstellern runterladen und diese ein Hochzeitsalbum gestalten lassen. Geht ruckzuck. Und eine Woche hat man das Kunstwerk in der Hand. Gut, Freundin Sandra hat zwar dummerweise genau die gleiche Vorlage für ihr Hochzeitsalbum gewählt und Kurt sagt beim ersten Anschauen des Hochzeitsbuches: "ah, Peter und Martina, haben dasselbe Hochzeitsalbum!". Spätestens wenn nach dem 5. mal ins Büchergestell schieben die Ecken des Hochzeitsalbums langsam abblättern, fragt man sich, ob das nicht besser geht.
Es geht besser, und wie!
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